Istanbul – eine Stadt wie aus dem Märchen: Anders, pulsierend, lebendig und europäischer, als man vermuten mag

August, die Urlaubsplanung steht an. Doch wohin soll es gehen? Auf Europa habe ich irgendwie keine Lust. Es sollte schon außergewöhnlich sein, nicht viel kosten und Raum für tolle Fotomotive geben. Naja, und alleine in den Urlaub fahren, kommt auch nicht in die Tüte.

Auf meinem Wochendbesuch in Stuttgart klage ich über meine Planlosigkeit  bezüglich meines Urlaubs. Feli und Jetti, die Schwestern meines Freundes, machen den Vorschlag doch zusammen in eine größere Stadt zu fliegen. Schnell einigen wir uns auf Istanbul, keiner von uns war schon dort und  die Stadt klingt voll spannend. Doch die Wetterprognosen geben dem Ganzen letztendlich den Ausschlag.

Feli und ich suchen nach günstigen Flügen und sind relativ schnell damit überfordert. Jetti erklärt sich bereit selbst mal nach Flügen zu suchen und präsentiert uns schon am nächsten Tag einen Flug für 200 €, fanastisch! Dazu kommt noch eine Übernachtung im Hostel für rund 100 € die Woche, so dass wir mit sage und schreibe nur 300 € für Flug und Übernachtung an den Start gehen können. Toll gemacht Mädels!

Am 13. Oktober ist es dann so weit. Wir steigen frierend in Deutschland in den Flieger und kommen nach einer 3 1/2 stündigen Flugzeit mir anschließendem türkischem Flughafentransfer, quer durch die asiatische und europäische Seite von Istanbul, wohlbehalten am Taksim Platz an.

Der erste Eindruck, irgendein Volksfest? Ich habe noch niemals am späten Abend so viele Menschen auf den Straßen gesehen wie hier in Istanbul – und wohl gemerkt, es ist jeden Abend so, ob Samstag, Sonntag, Montag oder an einem anderen Wochentag …und es ist heiß.

Wir checken in unser Hostel ein und wissen sofort: 100 € waren zu wenig

Davon lassen wir uns jedoch nicht die Laune vermiesen, sondern brezeln uns schnell auf – kurze Hosen und T-Shirt (YES YES YES :-)) – und ab geht es in Richtung Innenstadt. Wir freuen uns riesig endlich da zu sein und wollen auf unser Istanbul-Abenteuer anstoßen.  Da wir uns nicht sicher sind, ob Bier auf der Straße zu trinken irgendwie komisch ist, fragen wir ein paar junge türkische Leute und es scheint wohl doch kein Problem zu sein. Schnell besorgen wir uns in einem der 24 Stunden Shops echtes türkischen Bier und stoßen mit einem lauten „şerefe“ an.

Wir sind alle drei sofort in diese Stadt verliebt. An jeder Ecke gibt Straßenmusikanten, Esskastanien, frisches Brot, Unmengen an türkisch süßen Leckereien und Dönerstände, wobei wir erst am dritten oder vierten Tag den wahren Dönergott gefunden haben :-). Wir trinken einen echten türkischen Kaffee und Tee und sind gerade mit Gott und der Welt in im Reinen.

Am nächsten Morgen frühstücken wir auf einer riesigen Treppe in der Nähe des Hostels, was zum morgendlichen Ritual werden wird. Gleich neben dem Hostel gibt es einen kleinen Shop, wo man frisches Brot, Getränke und andere Frühstücksleckereien kaufen kann. Die Menschen in den Läden sind super freundlich und Feli, unser Sprachass in der Runde, beeindruckt mit exzellenter Verabschiedung und Begrüßung auf Türkisch. Im Laufe der Woche können wir selbstständig auf Türkisch bestellen (ähm bzw. Feli und Jetti machen das für mich), Guten Tag,  Aufwiedersehen, Danke und die Rechnung bitte, sagen. Auch von 1 bis 10 zählen auf Türkisch üben wir auf einer unserer Wanderungen.

Wir besichtigen einige der vielen Highlights von Istanbul, wie die blaue Moschee, den Galata Turm, eine Insel auf der asiatischen Seite und natürlich den Basar. Abends schlendern wir am Kai vorbei, trinken Tee und knabbern Nüsse. Übrigens ist türkisches Essen einfach nur lecker. Mir hat besonders die Mischung aus Fleisch und frischem Joghurt gefallen. Ich kann nicht sagen, dass es etwas gab, was nicht gut geschmeckt hat und ich bin da schon manchmal ein bisschen Diva :-).

Ich habe auch noch keine Stadt gesehen, die so viele streunende Katzen beherbergt und keine Ahnung wie, scheinen die aber aller versorgt zu werden. Bei unserem morgendlichen Frühstücksritual auf der Treppe sind wir immer mindestens von 5 bis 6 Katzen umringt, die nur darauf lauern, dass etwas vom Brot fällt. Ich fand das voll süß, aber meine beiden Mitstreiterinnen mochten das nicht so.

Das Gleiche gilt auch für Hunde. Auf einer unser Wanderungen ist ein recht großer Hund bestimmt 2 km mit uns gelaufen. Die Jetti hatte voll Angst (bibber bibber), die Feli war den ganzen Weg sehr belustigt und mir war jetzt auch nicht ganz wohl dabei. Aber irgendwann ist er einfach stehen geblieben und zurück getrottet.

Natürlich versucht man dir als Tourist, wie in jeder großen Stadt, Unmengen an Krimskrams anzudrehen. Da muss man einfach hart bleiben und wenn man mutig genug ist und auch mal in die Seitenstraßen schlendert, findet man kleine, super süße Läden, fernab vom Tourismus und kann echte türkische Highlights entdecken.

Der Basar Istanbuls, auch im neuen James Bond zu sehen, ist ein riesiges Geflecht aus unterschiedlichen Ständen. Ganz klar muss ich sagen, dass uns – einstimmig – der Gewürzbasar am besten gefallen hat. Man sollte vorher nicht viel gegessen haben, denn dort wird man alleine durch die Verkostungen mehr als abgefüllt. Oh, wenn ich an diesen Käse denke, eine Mischung aus Mozarella und irgendwas, gerissen in Streifen – grrrr – einfach ein Traum. Oder diese Oliven, der Süßkram, der Kaffee, die Gewürze, der Tee – genug jetzt, ich bekomme schon Fernweh.

Ich könnte sicher noch viel mehr über Istanbul erzählen, aber entdeckt es selber. Istanbul lohnt sich in jedem Fall, touristisch, fotografisch und abenteuerlich.  Eine Stadt, die man nicht so schnell wieder vergisst und die ich sicher noch mal besuchen werde – ich bin ja verliebt in sie :-).


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