Schaurig“ schön und naturbelassen – Eine Führung über den Städtischen Friedhof Chemnitz

Chemnitz, Donnerstag im Jahre 2012, 16 Uhr. Das Haar hält und ich bin bereit gemeinsam mit meiner Projektmanagerin einen besonderen Kundentermin auf dem Städtischen Friedhof Chemnitz wahrzunehmen. Eine kleine Führung ist angesagt inkl. Terminvereinbarung und Absprachen zum geplanten Mitarbeiter-Shooting. Gut, denke ich, schnell die Zeit rum kriegen. Kann ja schließlich nicht groß anders sein,  als der Friedhof, auf dem meine Omi begraben ist; und der ist klein und langweilig. Auch wenn ich zunächst keine großen Erwartungen habe, nehme ich meine Fototasche sicherheitshalber mit – um vielleicht den ein oder anderen Schnappschuss vom Gelände machen zu können.

Pünktlich zum Termin, dürfen wir direkt auf das Gelände fahren  – und schon dieser Eingangsbereich beeindruckt mich sehr. Es sieht überhaupt nicht aus wie ein Friedhof, eher wie ein großer Park. Begrüßt werden wir vom Leiter des Städtischen Friedhofs- und Bestattungsbetrieb und seiner Kollegin, die uns persönlich über den Friedhof führen werden (Vielen Dank, nochmals!!). Wir sprechen kurz über die neue Webseite, die bald online gehen soll und über den geplanten Foto-Termin. Ich werde vorgestellt, als der Webdesigner und Fotograf und kann aus dem Gespräch raushören, wie zufrieden der Städtische Friedhof mit unserer Arbeit ist.

Mit ziemlich guter Laune und gezückter Kamera geht es auf zur Führung. Und schon auf den ersten zehn Metern muss ich halten, um einen Jungvogel auf einer verwitterten Mauer zu fotografieren. Toll, der kleine Vogel scheint sich hier echt wohl zu fühlen und bleibt brav sitzen, verändert wie ein Model seine Positionen, bis ich seine Schokoladenseite erwische und das richtige Foto schieße. Meine Führung ist in der Zwischenzeit schon weit entfernt, sodass ich mich sputen muss, um nicht den Anschluss zu verlieren. An einem großen runden Platz, von dem mehrere große Wege in verschiedene Richtungen abgehen, treffe ich die drei wieder. Immer noch begeistert von dem braven Piepmatz, freue ich mich schon auf weitere fotografische Entdeckungen.

Sehr entspannt geht es zu den verschiedensten Plätzen auf dem Friedhof. Wir erfahren viel über die interessante Geschichte der Begräbnisstätten, lernen weshalb Muslime ihre Gräber mit dem Kopf nach Osten ausrichten, entdecken ein Grab von einem waschechten Mafosi, erfahren, dass es ganz viele individuelle Begräbnismöglichkeiten gibt und stehen mit mulmigem Gefühl vor Kindergräbern auf denen sich kleine Windmühlen drehen. Kein Grab gleicht wie dem anderen. So vielfältig, interessant, naturbelassen und schön habe ich noch keinen anderen Friedhof bisher kennengelernt. Ich schieße ein Foto nach dem anderen, brauche viel Zeit um ja keine Motive zu verpassen und sauge gleichzeitig die spannende Geschichte des Friedhofes in mir auf. Wir machen halt an den Grabstellen von Richard Hartmann, dem Stadtbaurat Hechler, dem Denkmal Gustav Adolf Barthel u.v.a. Gräbern.

Zurück am Ausgangspunkt und nach der Verabschiedung durch unsere Kunden bin ich immer noch hin- und weg und weiß jetzt schon, da muss ich nochmal hin und am besten abends, wenn das warme Licht auf die Grabstätten scheint und die Stimmung auf den Fotos grandios sein wird.

Hier noch ein paar Eckdaten zum Städtischen Friedhof Chemnitz (Quelle: http://www.friedhof-chemnitz.de):
Die Städtischen Chemnitzer Friedhöfe sind weit mehr als ein Ort der Trauer und Abschiednahme. Sie sind ein Ort, an dem es viel zu entdecken gibt, ein Ort mit langer Geschichte und spannenden Fakten, die es zu wissen lohnt:

  • seit der Weihefeier des Friedhofes Chemnitz am 28. April 1874 finden hier Beisetzungen statt
  • der Friedhof Chemnitz umfasst eine Gesamtfläche von 30,8 Hektar mit 67 Grababteilungen
  • von Erdbestattung über Urnenbeisetzungen bis hin zu Baumbestattungen bietet der Chemnitzer Friedhof individuelle Bestattungsvarianten
  • das Krematorium Chemnitz war im Jahr 1906 das erste Krematorium Sachsens
  • im ersten Jahr nach Weihung des Krematoriums wurden bereits 485 Einäscherungen vorgenommen – heute sind jährlich bis zu 8.000 Einäscherungen möglich
  • der Urnenhain des Chemnitzer Friedhofes umfasst eine Gesamtfläche von 8,5 Hektar mit 22 Grababteilungen.
  • 11 Denk- und Mahnmale beherbergt der Städtische Friedhof

Und wer selbst einmal schauen möchte, wie ansprechend und würdevoll eine Internetpräsenz vom Städtischen Friedhof aussehen kann, ist herzlich eingeladen, einen Blick auf www.friedhof-chemnitz.de zu werfen.


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